Auf dem Pilgerweg des Vertrauens

Taizé in Posen oder von toller Gastfreundschaft beim Jugendtreffen

Schon zum zweiten Mal fasste ich ende vergangenen Jahres den Beschluss Silvester nicht zu hause zu verbringen sondern zum Europäischen Jugendtreffen zu fahren. Diesmal fand das Treffen in Posen statt. Posen ist eine Stadt in Polen direkt auf der Verbindungslinie zwischen Berlin und Warschau. Zusammen mit einer Gruppe von 15 Leuten aus dem Taizégebetskreis der Jugendstelle Innenstadt ging es dann am Abend des 28.12 am Münchner Hauptbahnhof los. Hier wurden wir sogar noch von Andrea, die dankenswerterweise die Vorbereitungen für die Fahrt in der Jugendstelle getroffen hatte, verabschiedet.

16 Stunden brauchte unser Bus bis wir dann endlich im Zentrum von Posen ankamen. Hier wurden wir am deutschen Empfang auf Gastpfarreien aufgeteilt und setzten unsere Reise anschließend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fort. In St. Barbary in Lubon (unsere Gastpfarrei in einer Gemeinde nicht weit vor den Toren Posens) angekommen wurden wir gleich herzlich von den Organisatoren vor Ort, die übrigens allesamt unter 30 waren empfangen.

Um uns aufzuwärmen gab es extra für uns ein warmes Mittagessen und danach die Aufteilung auf die Gastfamilien. Nachdem sich für das Treffen allerdings „nur“ 30.000 Leute angemeldet hatten und die Polen als gastfreundliches Volk viel mehr Gastfamilien aufgetrieben hatten kamen immer nur zwei Leute in jede Gastfamilie. Ich persönlich hatte (genauso wie alle anderen von denen ich gehört habe) sehr viel Glück mit meiner Gastfamilie, einem älterem Ehepaar. Nachdem hier englisch als Weltsprache noch nicht so weit verbreitet ist verständigten wir uns mit den Deutschkenntnissen unserer Gastmutter und ein wenig mit Händen und Füßen. Beim gemeinsamen Musizieren stellten wir auch ein weiteres Mal fest das Musik einfach eine Weltsprache ist.

Eigentlich wäre es nur vorgesehen das wir in der Gastfamilie nur Frühstück bekommen würden, Mittag und Abendessen gab es ja schließlich reichlich in den Messehallen vor den gemeinsamen Gebeten, aber unsere Gastfamilie lies es sich trotzdem nicht nehmen uns immer, wenn wir zuhause waren, mit polnischen Spezialitäten aufzufüllen.

Wenn wir nicht in der Gastfamilie gemästet wurden, waren wir bei einem der drei mal täglich stattfindenden Taizégebete in der Pfarrei, oder gemeinsam mit allen Gästen aus ganz Europa in denMessehallen von Posen. Dazwischen gab es Vormittags Gesprächsgruppen die bunt durch alle Europäischen Nationen gemischt waren in denen man über Religion, biblische Themen eigene Gewohnheiten und Lebenseinstellungen diskutierte und ganz nebenbei viele neue Freunde fand. Nachmittags schauten wir uns dann die Stadt Posen an und wurden dabei sogar von netten Polen herumgeführt!

Silvester selber begangen wir mit einem Taizégebet in der Gastpfarrei und einem anschließendem Abend der Nationen, bei dem jede Nation etwas vorführte und anschließend zusammen bei einer Party feierte. Viel zu früh mussten wir dann am 2. Januar wieder zurück in die Heimat aufbrechen. Der Abschied von einigen neu gewonnen Freunden, den Gastfamilien und der sehr gastfreundlichen Stadt war nicht gerade leicht. Aber eines steht jetzt schon fest. Das wird nicht mein letztes Jugendtreffen gewesen sein. Vielleicht sieht man sich ja schon nächstes Jahr in Rotterdam wieder :-) Mich würde es jedenfalls freuen wenn wir in München den Gästen des Ökumenischen Kirchentags einen genauso herzlichen Empfang bereiten würden und möglichst viele von ihnen auch direkt in unseren Häusern aufnehmen würden.

von Flo Samweber

Kommentare

10.05.2010  I  

Peter

Hey Flo, toller Artikel! Ich kann nur alles bestätigen - es war klasse! Und wenn es sich ausgeht, fahre ich wieder nach Rotterdam...

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